Ausstellungseröffnung Dieter Laue | Jana Dettmer

Ausstellung Dieter Laue, Jana Dettmer

Wir laden herzlich zur Vernissage der Ausstellung von Dieter Laue und Jana Dettmer am Donnerstag, den 18.08.2022, in den Räumen von KunstStücke ein. Die beiden Kölner Künstler*innen präsentieren abstrakte Werke, die - obwohl mithilfe unterschiedlicher Maltechniken entstanden - gleichsam einem improvisierten Malprozess zugrunde liegen, der die Zufälligkeit zum Prinzip erklärt. 

Vernissage: 18.08.2022, 18:30 Uhr
Einführende Worte: Dr. Winfried Gellner, Köln
Ausstellung: 19.08. - 08.09.2022

KunstStücke by Dettmer | art projects
Stammheimer Straße 15
50735 Köln
Phone: 0221 977 12 600
Mail: contact@janadettmer.com
www.janadettmer.com

Die Künstler*innen: 

Dieter Laue, geb. 1950 in Lüdenscheid

Studium „Freie Malerei“ an der FH Köln
Meisterschülerexamen
Seit 1982 freischaffend tätig
Regelmäßige Ausstellungstätigkeit seit 1990

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Brandungssaum

"Wasser rinnt und zeichnet eine Spur. Es sind die Strömungsmuster der Pigmente, die Wasserzeichen von Grüner Erde, von Terra di Siena und rotem Marmor, von Schiefer und Kassler Braun und über allem die Gischt von Champagner Kreide. Meine Malerei ist ein Brandungssaum. 

Malerei heißt Farbe auf Farbe auf Farbe, aber die Freude des Anfangens muss spürbar bleiben. Das Maltuch ist aufregend wie der frisch gefallene Schnee der Kindertage, ein Weiß im Dunkel des Morgens, in dem ich meinen Fuß als erster setze und mich sichtbar mache und Zeichen hinterlasse. Ein zögerliches sich Hineinwagen, Zehenspitzen, kleine Schritte, die zunehmend rascher ausgreifen und bald hin zu den Rändern streben. Schrittfolgen, die kaum gesetzt, als Trittspur unscharf werden, Schritte auf Schritte und ein wilder Tanzplatz, auf dem sich Pfützen bilden, eine Seenplatte, die sich endlich in Bewegung setzt und in ein großes Fließen mündet.

Ein gesättigtes Wasser und im ständigen Auf und Ab, Ideen, Farbfolgen, Kompositionen. Sie blitzen auf, ziehen vorüber, wollen nicht bleiben, wollen vergehen, aber ich treffe eine Wahl und berge sie, bringe sie aufs Trockene, fische und angele und rette Möglichkeiten aus dem Fließen, das schon träge wird und verlandet.

Vor mir eine Terra incognita. Inseln, Küstenstreifen, begehbares Terrain, das ich kolonisiere und mit abschließendem Wollen zu eigenen Landschaften gestalte. Gegenden aus Pigment und Wasser, aus Kalkül und Gefühl, die glückseligen Inseln unter dem Winde, Westwinde und ein nordisches Terrain, Fleete. Kiefern, Strandhafer. Meine Malerei ist ein Brandungssaum."

Jana Dettmer, geb. 1965 in Braunschweig, Niedersachsen. 

Lebt und arbeitet in Köln und Südfrankreich.
Studium der Rechtswissenschaften, Universität Bayreuth.
Studium Malerei, Freie Kunstschule Köln.
Autodidaktische Weiterbildung und Assistenz bei den Künstlern Karas, Zolper und Jansen.

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Farbe, Struktur und Form pur.

Was geschieht, geschieht einfach – zufällige Entstehung als Prinzip.

Je weniger ich versuche, den Verlauf des Bildes zu beeinflussen, umso intensiver wird das Ergebnis. Das ist für einen strukturierten Menschen wie mich gar nicht so einfach, und manch ein Kampf muss ausgefochten werden.

Bei der Entstehung eines Bildes wird Farbe aufgetragen, wieder abgekratzt, neu komponiert und wieder aufgetragen und erneut gerakelt. Wenn es sich für mich „richtig“ anfühlt, befinden sich viele Farbschichten auf der Leinwand, die dem Bild Tiefe, Struktur und das Gefühl von Lebendigkeit geben.

Meine abstrakten farbintensiven Bilder spielen mit Farben, Formen und Flächen, Licht und Schatten, die nicht real umgesetzt werden. Ich arbeite mit Pinsel, Spachtel, Rakel, mit den Händen und mit viel Dynamik und Raum für den Zufall. Meine Malerei ist geprägt von der Freiheit der Darstellung, sie ist intuitiv und spontan.

Die teilweise Verwendung eines speziellen Harzes intensiviert die Tiefe der Bilder. Die Behandlung lässt die Bilder leuchten und lenkt den Blick in die Farbschichten ganz weit nach unten. 

Die abstrakte Malerei entspricht meinem Lebensgefühl zwischen Intuition und Spontaneität, Konzept und Struktur, meiner Auffassung von Unabhängigkeit, Kommunikation, Emotionalität und Ästhetik.