16.07.2019

Kunst im Torhaus | Was haben Natur und Kunst gemein?

Pablo Picasso sagte 1923 in einem Gespräch mit Marius de Zayas, eine der einflussreichsten Personen der New Yorker Kunstwelt Anfang des 20. Jahrhunderts, (veröffentlicht 1923 in „The Arts“), dass Natur und Kunst zwei völlig verschiedene Dinge sind.

„Man spricht von Naturalismus und denkt dabei an den Gegensatz zur modernen Malerei. Ich möchte gern wissen, ob je ein Mensch ein natürliches Kunstwerk gesehen hat.“ „…..Kunst ist immer Kunst gewesen und keine Natur….“

Die Natur und die Kunst können aber zusammenkommen, wie sie es schon über 150 Jahren in der Flora in Köln tun. 1864 wurde die Flora in Anlehnung an den Crystal Palace in London und den Jardin d’Hivers in Paris eröffnet. Seit jeher fanden in dem Festsaal des Palais der Flora Ausstellungen statt, Gartenausstellungen, Industrieausstellungen und Kunstausstellungen.

Die Anlage wurde nach einer grundlegenden Sanierung und vorübergehenden Schließung im Jahr 2014 wiedereröffnet. Heute ist das Palais eine begehrte Eventlocation und wird für Kongresse, Galaveranstaltungen, Hochzeiten und andere Feierlichkeiten genutzt.

Nördlich der Flora wurde 1914 der botanische Garten eröffnet und die Anlagen 1920 vereinigt und die 5,5 Hektar große Anlage ist nun eine einmalige Verbindung eines Gartendenkmals und eines Botanischen Gartens mit Pflanzenschauhäusern. Über eine Million Besucher flanieren jährlich durch den Park mit über 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt.

Ich liebe die Farbenpracht der Pflanzen und Blumen, die barocke Blumenbeetanlage mit Fontaine, die verwunschenen Ecken, Seerosen auf kleinen Teichen und die ruhigen Laubengänge.

Hier zeigt es sich wieder:

Die Natur ist eine unerschöpfliche Quelle der Kreativität und Inspiration, ihre Farben, Formen. Strukturen und ihre Komposition. Sie bringt also Kunst hervor. Natur muss gefühlt werden, ebenso wie die Kunst.

Man kann hier spazieren und fühlt sich ein klein wenig an die barocken Pflanzengärten von Versailles oder Sanssouci erinnert. Man kann auf schönen Holzbänken vor sich hinträumen und die Seele baumeln lassen. Und Dank des Gartenlokals „Dank Augusta“, benannt nach der Schirmherrin der Flora, Königin Augusta, Königin von Preußen, muss man auch nicht verhungern, sondern kann entweder unter den riesigen gemütlichen Schirmen auf der Terrasse oder auch auf einer der Holzbänke im Park ein leckeres Picknick zu sich nehmen.

Seit einigen Jahren organisiert der Freundeskreis Botanischer Garten e.V. die Ausstellungsreihe im Torhaus der Flora. 30 Veranstaltungen in wöchentlichem Wechsel finden von März bis Juni und von Juli bis Oktober statt. 

Zum Thema Kunst und Natur sagte der deutsche Maler der Moderne und Akademieprofessor Willi Baumeister einmal „genauso wie bei der Betrachtung der realen Natur, die vorhandene, geahnte, oberste Kraft nicht deutlich sichtbar, aber doch erahnbar ist, genauso ist in jedem hohen Kunstwerk eine Kraft spürbar, die nicht geklärt werden kann.“ Und so finde ich, haben die Kunst und die Natur doch mehr gemein, als man zunächst annimmt.

 

 

 


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